Über die Wirkung von Outplacement Coaching

Ich bin in einer wirtschaftlich starken Region groß geworden.

Der Speckgürtel um Stuttgart hat in den letzten Jahrzehnten massiv vom wirtschaftlichen Wohlstand profitiert. Zahlreiche Weltmarktführer sind im Ländle ansässig, ob großer Konzern mit hunderttausenden Mitarbeitern oder kleiner Hidden Champion, der die Welt beliefert.

Hier leben Menschen, die jahrelang Innovationen voran getrieben haben, die Zeit, Energie und Ressourcen investiert haben, damit es ihnen und ihren Familien gut geht. Ich bin hier groß geworden, wo dieses Selbstverständnis von Fleiß, Ideenreichtum und Wohlstand einfach dazu gehört hat.

Doch in den letzten Jahren hat sich was gedreht. Ich kenne nur wenige in meinem privaten Umfeld, die nicht direkt oder indirekt von beruflichen Einsparungen betroffen sind.

Kleine Unternehmen müssen sparen, langjährige Mitarbeiter entlassen und manche sogar ganz schließen. Große Unternehmen, die hier in der Region als ewige Giganten angesehen wurden, müssen schmerzhafte Einschnitte angehen, um weiterhin bedeutsam zu sein.

Der Umbruch ist nun also da, ganz egal, ob wir das gut finden oder nicht. Wir können ihn als Chance begreifen oder in der Schockstarre stecken bleiben.

Doch das klingt immer so leicht: “Sehe es doch einfach als Chance” “Du wirst sehen, in 1-2 Jahren ist alles wieder gut” oder “Am Ende ist es immer für irgendwas gut.”

So weit so gut mit den Kalendersprüchen…

Gerade wenn du in der Mitte deiner beruflichen Karriere stehst, vielleicht private Verpflichtungen hast und dann spürst, wie deine wirtschaftliche Sicherheit ins Wanken gerät, ist es vermessen, “einfach mal positiv zu denken”.

Ängste, das Gefühl der Machtlosigkeit und vielleicht auch Wut sind da. Punkt.

Das erstmal anzunehmen ist Schritt 1.

Erst danach kann der Blick wieder geweitet werden. Erst wenn wir uns selbst mit unseren Emotionen akzeptieren, können wir mit ihnen arbeiten, unsere Selbstwirksamkeit entdecken und Stück für Stück aktiv werden. Und mit jedem Schritt, den wir dann tun, ergeben sich Lichtblicke und ja, auch Chancen.

Viele Unternehmen haben dies erkannt und ich nehme positiv wahr, dass auch viele kleinere Unternehmen, die sich aktuell von Mitarbeitern trennen, in deren professionelle Begleitung investieren. Es lohnt sich für die Zukunftsmöglichkeiten der Mitarbeiter und genauso auch für das eigene Ansehen.

Aber selbst wenn eine Begleitung nicht vom Noch-Arbeitgeber gesponsert wird, lohnt sich die Investition. Es gelingt nicht immer allein, sich und die schwierige Situation anzunehmen und im Anschluss wieder Kraft fürs Weitermachen zu finden. Manchmal stockt es auch, wenn es darum geht, aktiv zu werden. Viele Betroffene mussten sich jahrelang nicht mit dem externen Arbeitsmarkt beschäftigen, sie kennen die passende Strategie schlicht und einfach nicht. Sich dabei helfen zu lassen, zahlt sich am Ende aus: Mit einem Fahrplan, wie es weitergehen kann und der Zuversicht, dass es Chancen gibt, die es sich zu ergreifen lohnt!