Karrierecoach in Stuttgart finden: Worauf du wirklich achten solltest

Wenn du gerade darüber nachdenkst, dir einen Karrierecoach zu suchen, wirst du schnell merken: Der Markt ist riesig und wenig reguliert. Jeder kann sich Coach nennen. Es ist kein bestimmter Abschluss oder Mindestausbildung Voraussetzung, um sich Coach nennen zu dürfen.

Das macht die Suche schwer. Und die Entscheidung noch schwerer, weil du in diesem Moment ohnehin schon genug Unsicherheit im Kopf hast.

Ich bin Viola, Karrierecoach und Leadership Trainerin in Stuttgart. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, war ich über 13 Jahre in der HR- und Recruiting-Welt zu Hause, als Recruiterin und als Führungskraft, in Unternehmen aus Fashion, Automotive und Consulting. Ich habe also auf beiden Seiten des Tisches gesessen: als jemand, der Kandidaten bewertet hat, und jetzt als jemand, der Menschen dabei hilft, ihren nächsten beruflichen Schritt zu finden und ihre Karriere aktiv zu gestalten.

Aus dieser Doppelperspektive heraus teile ich hier, worauf es bei der Wahl eines Karrierecoaches wirklich ankommt.

1. Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung

Eine seriöse Coaching-Ausbildung dauert mindestens 6 Monate und findet bei einem zertifizierten Institut statt. Anerkannte Verbände in Deutschland sind unter anderem dvct, DCV, BDVT und ICF. Wenn jemand ein zweitägiges Online-Seminar als Ausbildung bezeichnet, ist das nicht ausreichend.

Wenn du ein kostenloses Erstgespräch buchst (auch das sollte unbedingt als Grundlage angeboten werden!) , frage also konkret: Wo hast du deine Ausbildung gemacht? Wie lange hat sie gedauert? Durch welchen Verband ist das Institut zertifiziert?

Meine eigene Ausbildung zur systemischen Coach habe ich beispielsweise bei InKonstellation absolviert, einem Institut, das durch dvct, ECA, DCV und BDVT zertifiziert ist. Ergänzt habe ich sie durch eine Weiterbildung im Bereich Führungskräfte-Coaching und die Zertifizierung zum LINC Personality Profiler Coach, einem wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitsanalyse-Tool auf Basis des Big-Five-Modells. Für mich war diese Kombination sehr sinnvoll, um meine Zielgruppen kompetent und zielorientiert begleiten zu können.

2. Berufserfahrung im relevanten Kontext ist Gold wert, wenn auch keine Voraussetzung

Coaching-Methoden kann man lernen. Hilfreich ist daneben allerdings auch, zu verstehen, wie Unternehmen funktionieren, was Entscheider denken und wie ein Bewerbungsprozess tatsächlich abläuft.

Ein Coach, der selbst nie im Corporate-Umfeld gearbeitet hat, kann dir trotzdem helfen, aber er oder sie wird immer von außen auf eine Welt schauen, in der du drin bist. Wenn du Führungskraft bist oder in einem Konzern oder Mittelstandsunternehmen arbeitest, kann es von Vorteil sein, wenn dein Coach diese Realität aus eigener Erfahrung kennt.

3. Der Unterschied zwischen Coaching und Beratung

Das klingt technisch, ist aber praktisch fast das wichtigste: Ein Coach gibt dir keine Antworten. Ein Coach stellt dir die richtigen Fragen, damit du deine eigenen Antworten findest. Wer am Ende des Prozesses mit einer Lösung nach Hause geht, die er oder sie selbst erarbeitet hat, setzt diese auch um. Wer eine Lösung bekommt, die jemand anderes entworfen hat, zweifelt viel öfter.

Ich unterscheide daher in meiner Arbeit klar: Ich teile auch mein Recruiter-Wissen mit meinen Klienten: welche Bewerbungsunterlagen wirklich ankommen, was Entscheider in Interviews suchen, welche LinkedIn-Profile als erstes aussortiert werden. Das ist dann allerdings nicht Teil des Karrierecoachings, sondern mein Bewerbungsmentoring. Das kann gerne kombiniert werden, wenn es sinnvoll und hilfreich ist.

4. Passt die Methode Coaching zu deiner Situation?

Je nachdem, wo du gerade stehst, brauchst du Coaching, oder etwas anderes:

Du fühlst dich gerade unsicher, bist unzufrieden, aber kommst nicht weiter? Du weißt nicht, wohin du willst? Dann brauchst du Orientierungsarbeit: Stärkenanalyse, Wertearbeit, Zukunftsbild. Das ist systemisches Coaching.

Du weißt, wohin du willst, hast vielleicht auch deine Traumstelle entdeckt, weißt aber nicht, wie du das Unternehmen von dir überzeugen kannst? Dann brauchst du konkrete Begleitung bei Bewerbungsunterlagen und Interviewvorbereitung. Das ist Beratung, oder wie ich es nenne, Bewerbungsmentoring.

Viele Coaches bieten alles an und machen keinen großen Unterschied. Für dich kann es aber den entscheidenden Unterschied machen, genau das zu buchen, was du wirklich brauchst.

5. Das Erstgespräch ist keine Formalität

Nutze es ernsthaft. Nutze es, um zu spüren, ob du dich vorstellen kannst, auch in schwierigen Momenten offen deinem Coach gegenüber zu sein. Coaching funktioniert nur, wenn du wirklich ehrlich sein kannst, auch mit den Dingen, die du dir selbst ungern eingestehst.

Wenn du nach dem Erstgespräch das Gefühl hast, du musstest dich erklären oder rechtfertigen: falscher Coach. Wenn du das Gefühl hast, jemand hat dir wirklich zugehört: dann ist das ein gutes Zeichen.

Was das für die Suche in Stuttgart bedeutet

Stuttgart und die Region bieten eine große Auswahl an Coaches. Mein Tipp: Schau nicht nur auf Suchmaschinen-Rankings, sondern auf LinkedIn-Profile und persönliche Weiterempfehlungen. Frag in deinem Netzwerk, wen jemand schon kennengelernt hat und ob er oder sie ehrlich zufrieden war.

Ich selbst arbeite persönlich in Stuttgart sowie online für Klienten in ganz Deutschland und Österreich. Wenn du magst, buche dir doch direkt ein Kennenlerngespräch; selbstverständlich kostenlos und unverbindlich! 😉